Department für Geographie
print

Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

ENERGISE - European Network for Research, Good Practice and Innovation for Sustainable Energy

Fachgebiet: Nachhaltigkeitsforschung, Inter- und Transdisziplinarität, Energieverbrauch, Alltagspraktiken, Energiekulturen, Sozialgeographie, Regionale Geographie

Projektleitung (LMU): Prof. Dr. Henrike Rau

Projektwissenschaftler: Dr. Eoin Grealis, Christoph Cludius

Website: www.energise-project.eu

Gefördert durch: EU Horizon 2020 (Grant Agreement No. 727642) 

Laufzeit: 12/2016 - 12/2019

Was ist ENERGISE?

ENERGISE ist eine innovative, europaweite Forschungsinitiative, die ein vertieftes Verständnis von sozialen, kulturellen und politischen Einflüssen auf den Energiekonsum zum Ziel hat. ENERGISE entwickelt, testet und beurteilt Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs in Haushalten aufgrund von Veränderungen von Alltagspraktiken und Gewohnheiten.

Worum geht es?

Wissenschaftliche Forschung und politische Lösungen im Bereich Energiekonsum haben sich bisher primär auf die Untersuchung von Ansätzen zu einer höheren Kohlenstoffeffizienz konzentriert. Allerdings vernachlässigen diese Ansätze oft, dass kurzfristige Effizienzsteigerungen durch eine langfristige Erhöhung des Gesamtverbrauchs wieder zunichte gemacht werden können (rebound effect).
ENERGISE hält die Veränderung bestehender Energiekulturen und damit verbundener Alltagspraktiken für ein Schlüsselelement eines erfolgreichen und langfristigen Wandels hin zu einer nachhaltigen Energienutzung. Dabei bestimmen gesellschaftliche Normen und Gewohnheiten im Hinblick auf Arbeit, Ausbildung, Familienleben, Konsum und Erholung maßgeblich sowohl die Energienutzung in Haushalten, Betrieben und öffentlichen Einrichtungen als auch die Bereitschaft für Veränderungen in Richtung Nachhaltigkeit. Umfangreiches und detailliertes sozialwissenschaftliches Fachwissen über Energiekulturen und damit verbundene Alltagspraktiken ist zwingend notwendig um Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs auf der Gemeinschafts- und Haushaltsebene erfolgreich zu entwickeln und umzusetzen.

Reallabore als Forschungsstrategie

ENERGISE verfolgt einen Reallabor-Ansatz (living lab), um möglichst direkt bestehende Energiekulturen realitätsnah zu beobachten und Initiativen zur Verringerung des Energieverbrauchs in Haushalten und Kommunen zu testen. Eine umfassende Prüfung und Klassifizierung von Haushalts- und Gemeinschaftsinitiativen aus 30 europäischen Ländern liefert dabei die Grundlage für die Konzipierung von zwei verschiedenen Reallaborprototypen, die individuelle und kollektive Einflüsse auf den Energiekonsum in Haushalten nutzen. Datenerhebungen vor, während und nach der Durchführung von 16 Reallaboren in acht Partnerländern sollen wichtige Impulse für die Entwicklung und Bewertung zukünftiger Energiesparinitiativen in Europa liefern.

Forschungsziele

  1. Erarbeitung eines theoretischen Rahmens, der praxistheoretische und energiekulturelle Ansätze auf kreative Weise miteinander verknüpft
  2. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung bereits durchgeführter Energiesparinitiativen in 30 europäischen Ländern
  3. Entwicklung, Anwendung und Bewertung von Reallaboren zur Erforschung und Veränderung von Energiekulturen
  4. Vertieftes sozialwissenschaftliches Fachwissen über den Einfluss von Alltagspraktiken und Gewohnheiten auf den Energiekonsum in Haushalten und dessen Transformation in Richtung Nachhaltigkeit.
  5. Förderung der Zusammenarbeit von Akteuren aus Gesellschaft, Politik und Industrie mit dem Ziel der erfolgreichen Umsetzung von ENERGISE-Ergebnissen im Rahmen der Europäischen Energieunion.

Projektpartner

Das ENERGISE-Projektkonsortium besteht aus sieben Partneruniversitäten sowie Instituten, Unternehmen und NGOs aus Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Irland, den Niederlanden, Slowenien, der Schweiz, Ungarn und dem Vereinigten Königreich.