Department für Geographie
print

Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

ZiFoNe - Zivilgesellschaft und Forschung für Nachhaltige Entwicklung: Transdisziplinarität fordern und fördern

Fachgebiet: Geographische Gesellschaft-Umwelt-Forschung, Sozialgeographie
Gefördert durch: Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur Referat 11

Projektleitung: Binder, C.R. , Di Giulio, A., Universität Basel, Defila, R., Universität Basel, Schweiz
Projektwissenschaftler: Fritz, L., Schilling, T., Wyss, R.

Laufzeit: 10/2014 - 09/2018

Um komplexe gesellschaftliche Probleme zu lösen und zu Transformationsprozessen in Richtung Nachhaltigkeit beizutragen, werden neue Modi der wissenschaftlichen Wissensproduktion – unter Beteiligung von Akteuren aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft - vermehrt als unabdingbar erachtet. Der damit einhergehende Ruf nach Transdisziplinarität manifestiert sich in einer wachsenden Anzahl nachhaltigkeitsorientierter Forschungsprogramme, in denen die Überschreitung disziplinärer Grenzen ebenso gefordert wird, wie der Einbezug nicht-wissenschaftlicher Akteure in den Forschungsprozess.

Ein Beispiel für eine solche Re-orientierung in der Forschungsförderung stellt das Programm „Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung” (WfNE) dar, welches vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur Niedersachsen gefördert und in Kooperation mit der VW-Stiftung durchgeführt wird. Im Rahmen des WfNE Programmes werden explizit Forschungsprojekte finanziert, die nachhaltigkeitsbezogene Fragestellungen bearbeiten, interdisziplinär aufgestellt sind und die „Perspektive betroffener Bürgerinnen und Bürger sowie gesellschaftlicher Gruppen“ in den Forschungsprozess integrieren. Somit stellen das Förderprogramm und die in dessen Rahmen finanzierten Projekte eine breite empirische Basis für eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit transdisziplinären Formen der Wissensproduktion dar.

Das Projekt „Zivilgesellschaft und Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (ZiFoNE) stellt die Begleitforschung zu diesem Programm dar. Das Forschungsinteresse liegt dabei auf folgenden drei Fragenkomplexen:

1. Welche konkreten Auswirkungen hat die Partizipation zivilgesellschaftlicher Akteure auf das Design und den Fortgang der Forschung? Welche Typen von Partizipation werden in Projekten mit welchen Erfolgen realisiert?
2. Wie ist transdisziplinäre Forschung zu evaluieren und wann ist ein transdisziplinäres Projekt als erfolgreich zu bezeichnen? Was sind fundierte und anwendbare Qualitätskriterien und welche Verfahren eignen sich zur Beurteilung solcher Projekte?
3. Welches transformative Potential hat transdisziplinäre Forschung? Was ist der Mehrwert transdisziplinärer Forschung im Transformationsprozess Richtung Nachhaltigkeit?

Die Bearbeitung der aufgeworfenen Fragen, sowohl auf forschungspolitischer als auch auf projektbezogener Ebene, zielt darauf ab, (i) Wissen zur Rolle nicht-wissenschaftlicher Akteure und deren Einfluss auf Konzeption, Begutachtung und Durchführung der Projekte im Rahmen des Programms WfNE zu generieren, (ii) Hinweise zur differenzierten Erfassung des transformativen Potentials und damit auch zu den Chancen und Grenzen, transdisziplinärer Projekte zu erarbeiten sowie (iii) einen Beitrag zur Gestaltung von Ausschreibungs- und Begutachtungsprozessen für transformative und nachhaltigkeitsbezogene Forschung zu leisten, der unmittelbar für das Programm WfNE, aber auch für Fördergeber anderer transdisziplinärer Projekte nutzbar ist. Im Rahmen des Projektes entstehen zwei Dissertationen, die sich schwerpunktmäßig vertieft mit den Fragenkomplexen 1 und 3 auseinandersetzen.

Das Forschungsdesign von ZiFoNE ist transdisziplinär angelegt, wobei das MWK und die VW-Stiftung als Praxispartner verstanden werden. Methodisch wird das Projekt entlang der oben genannten drei Themenfelder und Fragenkomplexe strukturiert, wobei die Bearbeitung der jeweiligen Themenbereiche in einem iterativen Prozess miteinander verbunden ist. Es werden schwerpunktmäßig Methoden der empirischen Sozialforschung wie Experteninterviews, teilnehmende Beobachtung, Befragungen sowie Gruppendiskussionen angewendet und mit Methoden aus dem Bereich des Desk Research, wie Dokumenten- und Literaturanalysen, kombiniert.