Department für Geographie
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Sicherheit als Einflussfaktor der Destinationswahl von Touristen - das Beispiel Israel


Fachgebiet: Tourismusgeographie
Gefördert durch: DFG
Förderkennzeichen: SCHM 850/20-1

Projektleitung: Schmude, J.
Projektwissenschaftler: Karl, M.

Laufzeit: 04/2015 - 03/2017

(Un-)Sicherheit als individuell wahrgenommenes Risiko spielt eine wichtige Rolle im Tourismus und beeinflusst die Destinationswahl von Touristen. Unsicherheit durch man-made hazards, beispielsweise durch terroristische Bedrohungen, aber auch durch natural hazards (Tsunamis, Erdbeben etc.) führt zu einem Rückgang des Tourismus in den betroffenen Destinationen. Entscheidend für das Ausmaß des Rückgangs ist die Wahrnehmung und Einschätzung der Bedrohung durch die (potenziellen) Touristen in den Quellgebieten.

Als primäres Forschungsziel strebt das Projekt ein besseres Verständnis des Prozesses der individuellen Destinationswahl an. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf Sicherheitsrisiken und deren unterschiedlicher Wahrnehmung durch die Touristen. Weitere Forschungsziele sind: 1) die Analyse der medialen Darstellung von „Risikodestinationen“ als Einflussfaktor der Imagebildung und in der Folge der Destinationswahl; und 2) die Weiterentwicklung der Set Theorie, eines bisher eher statisch verwendeten Ansatzes zur touristischen Reiseentscheidung, zu einem dynamischen Modell der Destinationswahl. Diese Studie konzentriert sich auf Deutschland, einen Quellmarkt mit generell hoher Risikowahrnehmung der Touristen und Israel, ein Zielgebiet das als relativ risikoreich wahrgenommen wird, insbesondere in Bezug auf Sicherheitsrisiken.

Um die beschriebenen Forschungsziele zu erreichen, wird ein dualer Ansatz verfolgt, der es erlaubt, Zusammenhänge zwischen Sicherheitsrisiken und Tourismus auf der Makro- und Mikroebene zu untersuchen. Zunächst werden sekundärstatistische Analysen der Beziehung zwischen tatsächlichen Sicherheitsvorfällen, deren medialer Darstellung und den Touristenströmen zwischen Quellmarkt (Deutschland) und Zielgebiet (Israel) durchgeführt. Um diese Ergebnisse auf Mikroebene des einzelnen Touristen nachzuvollziehen, wird ein dynamisches Untersuchungsmodell der touristischen Destinationswahl entwickelt, welches die subjektive Risikowahrnehmung verschiedener Touristengruppen (z.B. differenziert nach Motivation, Demographie oder Reiseziel) als expliziten Einflussfaktor beinhaltet. Des Weiteren wird das Modell des Destinationswahlprozesses durch die Analyse der persönlichen Erfahrung von Touristen dynamisiert.

Damit ergeben sich zwei inhaltliche Schwerpunkte für das Forschungsprojekt: Zum einen sind dies Fortschritte der tourismuswissenschaftlichen Theoriebildung zum Destinationswahlprozess unter dem Einfluss von wahrgenommenen Sicherheitsrisiken. Zum anderen wird die Rolle verschiedener Formen von Medien als Informationsmittler bei der Imagebildung von Destinationen, insbesondere in Bezug auf Sicherheitsrisiken und ihr Einfluss auf die Destinationsentscheidung geklärt.


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