Klimaklassifikation |
Effektive Klimaklassifikation |
Effektive Klimaklassifikationen
Sie gehen von den Klimaelementen aus. Dabei werden Meßwerte der Klimaelemente herangezogen, um das Klima-Kontinuum zu unterteilen. Aus den Meßwerten, die über einen genügend langen Zeitraum gesammelt werden müssen, werden die klimabestimmenden Größen mathematisch berechnet.
Für die Mehrheit der Klimate auf der Erde reicht ein Zeitraum von 30 Jahren aus, um die mittlere Größe der Klimaelemente zu bestimmen. Zu kurzes Messen führt zu Ungenauigkeiten, zu langes Messen bewirkt, daß das Klima sich u.U. während der Messung verändert und klare Aussagen damit nicht mehr möglich sind.
Die Meteorologischen Dienste messen die folgenden Größen regelmäßig und flächendeckend:
seltener:
Dies erzeugt eine Menge Daten: ca. 2500 Stationen im weltweiten Netz mit ca. 30000 Lufttemperaturwerte pro Station in 30 Jahren ergibt ca. 75 Millionen Temperaturwerte in 30 Jahren. Was macht man mit dieser großen Menge Daten?
Klimatologie ist Mittelwerts- und Summenbildung!
Momentane Meßwerte werden umgerechnet (aggregiert) zu:
Dabei werden für alle Größen außer Niederschlag, Verdunstung und Abfluß Mittelwerte berechnet. Für Niederschlag, Verdunstung und Abfluß werden die Summen bestimmt.
Vor allem die aggregierten Monats- und Jahreswerte bilden die Grundlage der effektiven Klimaklassifikationen. Die Vielzahl der daraus resultierenden effektiven Klimaklassifikationen ist kaum überschaubar. Hier weiß BLÜTHGEN/WEISCHET (1982) weiter.
Beispiel einer effektiven Klimaklassifikation
Die bekannteste effektive Klimaklassifikation ist die nach KÖPPEN. Sie stellt einen guten Kompromiß zwischen Nachvollziehbarkeit, Übersichtlichkeit und Einfachheit dar.
Grundlagen der Köppen'schen Klimaklassifikation sind die mittleren monatlichen Werte von
Um in der Köppen'schen Klimaklassifikation ein Klima zu bezeichnen werden 3 Buchstaben benötigt. Sie ist hierarchisch aufgebaut:
Der erste Buchstabe gibt den Hauptklimatyp an:
| Buchstabe | Klimatyp | Bedingung |
| A | TROPISCH | kühlster Monat über 18°C |
| B | ARID | ganzjährig potentielle Verdunstung größer als Niederschlag |
| C | WARM-GEMÄßIGT-FEUCHT | min. 1 Monat über 10°C, kühlster Monat zwischen 18 und 0°C |
| D | KÜHL-GEMÄßIGT-FEUCHT | min. 1 Monat über 10°C, kühlster Monat unter 0°C |
| E | POLAR | wärmster Monat unter 10°C |
| F | HOCHLAND | hohe räumliche Variabilität wegen Höhenlage und Exposition |
Die Hauptklimatyp A wird weiter unterteilt:
| Unterklasse | Bedingung | |
| A | f | immerfeucht, trockenster Monat hat mehr als 60mm Niederschlag |
| A | m | feucht mit einer Trockenzeit |
| A | w | wintertrocken, sommerfeucht |
Die Hauptklimatyp B wird weiter unterteilt:
| Unterklasse | Bedingung | ||
| B | S | semiarid: | |
| h | mittl. Jahrestemperatur größer 18°C | ||
| k | mittl. Jahrestemperatur kleiner als 18°C | ||
| B | W | arid: | |
| h | mittl. Jahrestemperatur größer 18°C | ||
| k | mittl. Jahrestemperatur kleiner als 18°C | ||
Die Hauptklimatypen C und D werden weiter unterteilt:
| Unterklasse | Bedingung | ||
| C+D | s | Trockenzeit im Sommer: | |
| a | wärmster Monat über 22°C | ||
| b | wärmster Monat zwischen 22°C ... 10°C | ||
| c | wärmster Monat unter 22°C aber 1-3 Monate über 10°C | ||
| d | wie c aber mit kältestem Monat unter -38°C | ||
| C+D | w | Trockenzeit im Winter, feucht im Sommer: | |
| a | wärmster Monat über 22°C | ||
| b | wärmster Monat zwischen 22°C ... 10°C | ||
| c | wärmster Monat unter 22°C aber 1-3 Monate über 10°C | ||
| d | wie c aber mit kältestem Monat unter -38°C | ||
| C+D | f | immerfeucht, trockenster Monat mehr als 30mm Niederschlag: | |
| a | wärmster Monat über 22°C | ||
| b | wärmster Monat zwischen 22°C ... 10°C | ||
| c | wärmster Monat unter 22°C aber 1-3 Monate über 10°C | ||
| d | wie c aber mit kältestem Monat unter -38°C | ||
Die Hauptklimatyp E wird weiter unterteilt:
| Unterklasse | Bedingung | |
| E | T | wärmster Monat zwischen 10°C ... 0°C |
| E | F | wärmster Monat unter 0°C |
Sind die folgenden Buchstabenkombinationen für ein Köppen-Klima möglich: Efa, DfS, Cwd, CWd, Amh, BS, usw.?
Die verschiedenen Klimate lassen sich auf der Erde auch hypothetisch verteilen. Man nimmt dabei an, daß die Landmassen nicht wie normal als Kontinente erscheinen, sondern eine Fläche bilden, die entlang jedes Breitenkreises eine Breite hat, die dem jeweiligen Landanteil auf diesem Breitenkreis entspricht. Man erhält dabei einen Kontinent, der aussieht, wie eine auf dem Kopf stehende Birne oder eine Rübe. Auf dieser Rübe soll kein Gebirge sein, um sie herum Meer.
KG6-2: "Rübe" mit der Verteilung der Köppen'schen Klimazonen
Versuche, die Verteilung der Klimate auf der Klimarübe mit den Breitenkreisen und der Entfernung zum Meer zu erklären.
Aus den Klimadiagrammen kann man eindeutig das Klima an einem Ort nach der Köppen'schen Klimaklassifikation entwickeln. Klimadiagramme geben den mittleren Verlauf der monatlichen Temperatur und Niederschläge an einem Ort an. Klimadiagramme haben üblicherweise die folgenden Angaben:
optional:
Und nun einige Klimadiagramme zum Üben:
KI6-1:
Klimadiagramme
Die H-Klimate
Recht grob betrachtet lassen sich die meridionalen Klimagradienten, wie sie sich in der Köppen'schen Klimazonierung ausdrücken lassen, auch auf die vertikale Zonierung der Höhenstufen der Gebirge anwenden. Die Temperatur nimmt nach oben ab, die Niederschläge zunächst zu und dann mit sinkenden Temperaturen ebenfalls ab. Dies hat große Ähnlichkeit mit dem meridionalen Verlauf der Werte dieser Klimaelemente in Richtung Pol. Aus dieser Betrachtung resultieren die H-Klimate als Sonderfälle der schon besprochenen meridionalen Klimazonen. Sie lassen sich besonders gut in den Anden studieren.
KB6-2: Vertikaler Klimagradient in den Anden