Department für Geographie
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Travel decision-making and travel constraint negotiation strategies


Fachgebiet: Tourismusgeographie
Gefördert durch: DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)
Förderkennzeichen: KA 4976 / 1-1

Projektleitung: Dr. Marion Karl
Projektwissenschaftler: Dr. Marion Karl, Ritchie, B. (University of Queensland, Brisbane)

Laufzeit: 10/2018 - 09/2020

Tourismus im Allgemeinen und die Tourismusindustrie im Speziellen werden stark von externen Faktoren, wie beispielsweise Terrorismus beeinflusst. Anstelle in einer zunehmend risikoreichen Welt auf das Reisen zu verzichten, entscheiden sich die meisten Personen dazu an andere Orte, zu einer anderen Zeit oder in anderer Form zu verreisen. Diese Veränderungen im Reiseentscheidungsverhalten können mit Hilfe der Constraint Negotiation erklärt werden. Das heißt, Personen entscheiden sich trotz einer potentiellen Einschränkung für das Reisen, da sie Strategien für den Umgang mit den Reiseeinschränkungen entwickeln. Bisherige Studien aus dem Bereich der Freizeitforschung konzentrieren sich oftmals darauf, wie unterschiedliche Reisehemmnisse (z.B. Sicherheitsrisiken), die Entscheidung OB jemand verreisen wird, beeinflussen und weniger darauf, WANN, WIE und WOHIN eine Person reist, die sich mit Reisehemmnissen konfrontiert sieht.

Dieses Forschungsprojekt setzt sich mit dieser Forschungslücke auseinander, um ein besseres Verständnis von Strategien zur Überwindung von Reisehemmnissen und deren Rolle im Reiseentscheidungsprozess aufzubauen. Dazu werden die Forschungserfahrungen der University of Queensland und der LMU München zu den Themengebieten Risikowahrnehmung, Destinationswahlprozesse und Reiseverhalten kombiniert. Durch die Ausarbeitung und empirische Überprüfung eines Forschungsmodells, welches sowohl räumliche als auch zeitliche Elemente beinhaltet, kann die Entwicklung unterschiedlicher Strategien zur Überwindung von Reisehemmnissen untersucht werden. Einflussfaktoren aus der Perspektive der Destination und des Touristen werden aus der Analyse bisheriger Studien sowie qualitativen Interviews mit Reisenden abgeleitet und anschließend durch eine quantitative Studie zu tatsächlichen Reiseentscheidungen überprüft. Basierend auf den Ergebnissen der quantitativen Studie werden psychophysiologische Experimente hypothetischer Reiseentscheidungen durchgeführt, um zu untersuchen wie die Art der Kommunikation von Reisehemmnissen das Reiseentscheidungsverhalten beeinflussen kann.

Die Kombination dieser methodischen Ansätze erlaubt es insbesondere die existierende Diskrepanz zwischen tatsächlichem und hypothetischem Reiseentscheidungsverhalten zu betrachten. Des Weiteren ermöglicht das zweistufige Design der quantitativen Befragung allgemeingültigere Rückschlüsse zu ziehen als dies bei einer reinen Fallbetrachtung der unterschiedlichen Herkunftsländer (Australien, Deutschland) möglich wäre. Räumliche Nähe und Vertrautheit mit verschiedenen Risikofaktoren aus dem Heimatland werden somit als ergänzende räumliche Erklärungsvariablen hinzugezogen. Die innovativen psychophysiologischen Messungen zur Untersuchung von Einflussfaktoren der Reiseentscheidung und der Wahrnehmung von Reisehemmnissen erlauben es Überwindungsstrategien von Reisehemmnissen zu erklären und neue Strategien basierend auf affektiven und kognitiven Elementen zu entwickeln.


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