Department für Geographie
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Entstehung und Bewirtschaftung von Wölbäckern in Sachsen-Anhalt


Fachgebiet: Bodengeographie, Fernerkundung, Geländemessungen
Gefördert durch: DFG
Förderkennzeichen: 335346103

Projektleitung: Prof. Dr. Eileen Eckmeier
Projektwissenschaftler: M.Sc. Theresa Langewitz

Laufzeit: 04/2017 - 03/2020
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Wölbäcker sind als Zeugnisse des historischen Ackerbaus in Mitteleuropa weiträumig verbreitet und zumeist unter heute bewaldeten Gebieten erhalten gebliebenen. Die bis zu 17 Meter breiten und parallel zueinander laufenden Wölbackerstreifen sind charakterisiert durch eine bis zu 1 m hohe Wölbung mit einer Länge von mehreren hundert Metern.

Mittels Airborne Laserscannig lassen sich Wölbäcker in den Naturräumen Altmark und Harz auch unter Wald als Zeugnisse des historischen Ackerbaus zahlreich erfassen. Die dort gut erhaltenen Wölbäcker werden im Rahmen des DFG-Projektes untersucht, um noch offene Fragen bezüglich ihrer Entstehung, Bewirtschaftung und Nutzung zu klären.

Erste Untersuchungen von Wölbäckern bei Rathsleben (Altmark) deuten entgegen der landläufigen Meinung darauf hin, dass einige Wölbäcker nicht durch Pflugtätigkeit entstanden sind. Anreicherungen von Phosphat und δ15N geben Hinweise auf einen starken Eintrag von organischem Dünger in die Wölbäcker der Altmark, die oftmals auf nährstoffarmen Sandböden liegen. Mittels Bio- und Molekularmarkern wie Sterole, Stanole, Stanone, Gallensäuren und Black Carbon als auch stabile Isotopen (δ13C, δ15N) sollen tiefgreifende Erkenntnisse zur Düngepraktik der Wölbäcker gewonnen werden. Außerdem erfolgt die systematische Auswertung historischer Schriftquellen um weitere Erkenntnisse über die Wölbackerkultur (z.B. Besitzverhältnisse) gewinnen zu können. Der interdisziplinär und multianalytisch gewählte Ansatz hat das Ziel, ein besseres Verständnis über die Wölbackerkultur zu erlangen und abschließend die gewonnenen Erkenntnisse in den Kontext zur heutigen Landnutzung einzubinden.


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