Department für Geographie
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KliMoBay - Klimaschutz- und Anpassungspotentiale in Mooren Bayerns


Fachgebiet: Fernerkundung, Geländemessungen, Geo-Informationssysteme, Hydrologie, Hydrologische Modellierung, Klimatologie, Modellierung
Gefördert durch: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung & Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Projektleitung: Prof. Dr. Ralf Ludwig, Dr. Philip Marzahn, Prof. Dr. Matthias Drösler (HSWT)
Projektwissenschaftler: , M.Sc. Raul R. Wood

Laufzeit: 08/2019 - 12/2022

"Moore" stehen für die Gesamtheit der ca. 220.000 ha organischen Böden in Bayern, inkl. Anmooren und Moorfolgeböden. Diese Fläche entspricht der Gebietskulisse der Moorbodenkarte 2015 des Bayerischen Landesamts für Umwelt. Moorböden gehören zu den klimasensitivsten Böden. Auf drei Prozent der Fläche Bayerns emittieren sie ca. fünf Prozent der gesamten anthropogenen Treibhausgase (UBA 2016, Drösler et al. in prep.). Der Sachverständigenrat für Umweltfragen forderte, die Emissionen der Moore bis 2050 um 80 – 95 % zu reduzieren (SRU 2012). Im Klimaschutzplan 2050 (Bund 2016) und im KliP 2050 Bayern sind Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung auf Mooren hervorgehoben. Durch bayerische Programme zur Renaturierung (im Rahmen von KliP 2020 bzw. 2050) und die Renaturierungsmaßnahmen der Bayerischen Staatsforsten wurden bereits ca. 6.000 ha renaturiert.

Anlass und Bezug zum "Masterplan Moore"

Nun legt Bayern einen Masterplan Moore auf, um alle Moor-Aktivitäten zu bündeln. Ein zentrales Ziel ist, die Emissionen aus den Mooren Bayerns bis 2050 um mindestens ein Drittel zu senken. Um dieses Ziel zu erreichen und wenn möglich zu übertreffen, ist eine umfassende Strategie erforderlich, die

  • die fachlichen Grundlagen für die Ableitung von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen erstellt,
  • Kenntnisdefizite identifiziert,
  • Handlungsräume priorisiert,
  • Klimaschutz- und Anpassungspotenziale szenarienbasiert räumlich, inhaltlich und zeitlich bis 2050 in bayerischen Mooren aufzeigt und
  • ein Monitoringkonzept für die Zielerreichung im Sinne der internationalen MRV (messbar, berichtbar, verifizierbar) entwickelt - Kriterien für Klimaschutzprojekte und nationale Klimaschutzmaßnahmen.

Das KliMoBay-Projekt bietet die Ergebnisse an, die den Masterplan Moore in Bayern in diesen zentralen Punkten unterstützen können. Wesentlicher Output des KliMoBay ist die erstmalige Entwicklung von gesamtflächenhaften Klimaschutzpotenzialkarten und Anpassungspotenzialkarten inkl. eines jeweils zugehörigen räumlich, inhaltlich und zeitlich differenzierten Maßnahmenkatalogs mit einer Perspektive bis 2050. Zur Erfolgskontrolle werden jährliche gesamtflächenhafte Emissionskarten modellbasiert gerechnet.

Konzeption als Verbundprojekt unter Leitung der HSWT

Der interdisziplinäre Charakter des Themas von KliMoBay ist nur in Form eines fächerübergreifenden Konsortiums umfassend und entlang eines methodisch anspruchsvollen modulartigen Konzepts zu bearbeiten. Zwischen den Modulen findet eine enge Zusammenarbeit der vier Teilprojekte statt, die die jeweiligen Modul-Leitungen verantworten. Diese ist Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung des Verbundvorhabens. Im Gegensatz zu einem losen Projektverbund von unabhängigen Teilprojekten kommt der Koordination von vernetzt angelegten Teilprojekten in einem Verbundprojekt eine zentrale, steuernde Rolle zu.

Ein wesentlicher Vorteil der fächerübergreifenden Zusammenarbeit liegt in der innovativen Breite und Mischung des Konsortiums: sie reicht 

  • von der Treibhausgasmessung zur Bilanzmodellierung,
  • vom hydrologischen Prozessverständnis zur landwirtschaftlichen Praxis,
  • von historischen Daten und in-situ Messungen zur Fernerkundung für Flächendaten, neuesten Fernerkundungsverfahren und Modellansätzen,
  • von einer starken wissenschaftlichen Verankerung mit internationaler Reputation bis hin zu einem starken Netzwerk in der bayerischen Politik und Praxis.

Nur in dieser Konstellation (interdisziplinärer Ansatz) lässt sich eine so komplexe Fragestellung von der Natur-Wissenschaft, über Praxisrelevanz zu Handlungsstrategien für Entscheider abbilden.

Teilprojekte der Verbundpartner der HSWT

Teilprojekt 2:

Messdatengestützte Ableitung hydraulischer Parameter, szenarienbasierte hydrologische Modellierung repräsentativer Moorgebiete und Ermittlung regionaler Flächenwasserstände für bayerische Moore (Prof. Dr.-Ing. Markus Disse / Dr. Gabriele Chiogna, TUM)

Teilprojekt 3:

Bodeninformationen, Klimaanpassung (Dr. Annette Freibauer, LfL)

Teilprojekt 4:

Regionalisierung von Steuerfaktoren zur Modellierung der Klimaschutzpotenziale von Mooren in Bayern mittels Fernerkundung und Klimamodellierung (Prof. Dr. Ralf Ludwig / Dr. Philip Marzahn, LMU)


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