Lehrstuhl für Anthropogeographie mit Schwerpunkt Mensch-Umwelt-Beziehungen
Lehr- und Forschungseinheit für Anthropogeographie mit Schwerpunkt Mensch-Umwelt-Beziehungen
Die zunehmende Relevanz der Umweltprobleme auf lokaler, regionaler und globaler Ebene, wie Klimawandel und Ressourcenknappheit (z.B. Wasser, Phosphor, Energie), erfordert die Entwicklung von Methoden zur Wissensintegration zwischen Disziplinen und Skalen der Mensch-Umwelt Systeme.
Der Lehrstuhl für Anthropogeographie mit Schwerpunkt Mensch-Umwelt-Beziehungen setzt sich mit Transitionen in Richtung nachhaltige Entwicklung auseinander. Es werden Ansätze zur Analyse, Modellierung und Steuerung von Transitionen von Gesellschaften in Richtung Nachhaltigkeit entwickelt. Diese werden in den folgenden Themenfeldern angewendet:
- Nachhaltige Ressourcennutzung: z.B. Phosphor, Energie, Wasser, Abfall und Ressourcenflüsse
- Nachhaltige Regional- und Stadtentwicklung in Deutschland, Schweiz und Latein-Amerika: z.B. urban-rurale Wechselwirkungen und Alpweiden
- Nachhaltige Wertschöpfungsketten: z.B. Milchwertschöpfungskette und Uranwertschöpfungskette
- Umweltwahrnehmung und Umweltästhetik als Grundlage einer nachhaltigen Entwicklung
Nachhaltigkeit verstehen wir dabei in einem umfassenden Sinne, nämlich als Dreiklang aus ökonomischer, sozialer und ökologischer Zukunftsfähigkeit, die einerseits systemisch, andererseits auch normativ definiert werden kann. Ressourcen, deren räumliche Differenzierung und Nutzung, sind hinsichtlich ihrer potentiellen ökologischen oder geopolitischen Knappheit von wissenschaftlicher Bedeutung. Dabei spielen für uns die Wahrnehmung potentieller Knappheiten, die Strategien für einen nachhaltigen Umgang, sowie die Akzeptanz von Strategien und neuen Technologien eine zentrale Bedeutung.
Die nachhaltige Regional- und Stadtentwicklung im Kontext der Mensch-Umwelt-Beziehungen ist ein weiterer Forschungsgegenstand. Städte sind Räume, die ganz besonders intensiv vom Menschen (um-)gestaltet werden und in denen besonders viele und verschiedene Ansprüche an den Raum gestellt und miteinander in Einklang gebracht werden müssen. Die Stadtgeographie, wie wir sie betreiben, versucht, diese verschiedenen Raumansprüche zu identifizieren und dazu beizutragen, dass sie im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erfüllt werden können. Letztlich kann aus Nachhaltigkeitssicht nicht allein auf lokaler oder regionaler Ebene optimiert werden. Vielmehr müssen die Auswirkungen lokaler Entscheidungen auch auf andere Regionen entlang der Wertschöpfungskette von Produkten berücksichtigt werden.
Regionale Interessenschwerpunkte sind die Staaten der Europäischen Union sowie die Schweiz und Lateinamerika. Besonderes Augenmerk legen wir auch auf unseren Hochschulstandort München, denn wir sehen das erstens als Verpflichtung an und glauben zweitens, dass man, gerade als Geograph/Geographin die weite Welt nur verstehen kann, wenn man seine „Heimat“ verstanden hat.

